ÖKO-AGRAR seit 1974
ECOSANA seit 1962

Denken ist schwer
darum urteilen die meisten.

von Carl Gustav Jung

ÖKO-DESIGN Webmaster
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Phänomen Humus

Das Phänomen Humus,

von ihm hängt die ganze Fruchtbarkeit des Bodens ab.
Denn Humus ist die Basis unseres irdischen Lebens, er ist buchstäblich sein Anfang
und sein Ende, er entsteht durch Leben, und Leben entsteht durch ihn.
Humus ist nichts Fertiges, Humus ist eine Formation, Humus ist ein kollektiver Organismus! Humus ist die Schnittstelle zwischen Bodenbakterien und Pflanze.
Ein gesunder Humusboden ist im Stande, das Kranke auszuschalten und biologisch
zu regulieren.
Die entseuchende Wirkung eines hochlebendigen Bodens gehört zu den vielen
Funktionsleistungen von Humus.
Humifizierung ist demnach ein Regulativ, das größte Regulativ das die Natur kennt.
Mit
ECOSANA AGRAR 2000 lässt sich die ganze Palette der Humusbildung effizient realisieren!
ECOSANA AGRAR 2000 hygienisiert und humifiziert alle nativ-organischen Abfälle
(Biomasse) in kürzester Zeit, verlustarm zu Humus.

1950 Annie France-Harrar 1886-1970 „Die letzte Chance für eine Zukunft ohne Not”

Der Humus-Boden (Idealboden)

 

hat folgende Zusammensetzung:

Heutiger Zustand der Böden:

65% organische Substanz,

6-0% organische Substanz,

20% edaphische Organismen,

0,1-0% edaphische Organismen,

15 % Mineralsubstanz.

94-100 % Mineralsubstanz

Humus ist wie ein Akkumulator!

Was für das Auto die Starterbatterie bedeutet, ist für die Pflanze der HUMUS.
D. h. je größer die Batterie desto höher die Kapazität.
Übertragen auf den Humus, je größer der Humusgehalt desto leistungsfähiger und
fruchtbarer der Boden.
Nach Prof. Dr. Christoph Scharpf, früher LVG Ahlem, liefern humusreiche Böden
z.B. mit 9% Humus ausreichend Stickstoff (400-500 kg/ha agrochemisch betrachtet) um den vollen Bedarf der Gemüsepflanzen zu decken.
Es sind also keine zusätzlichen Stickstoffgaben erforderlich.
(Bei Humus kann man NPK vergessen)
Da sich der Humus nur minimal verbraucht, kann er durch organische Abfälle
wie z. B. Ernterückstände leicht ergänzt werden.
Der Humus-Akku muss also immer wieder aufgefüllt (geladen) werden.
Humus entsteht allein durch Pflanzenrückstände.
Auch Stallmist sind von Tieren ausgeschiedene (aber bereits entwertete) Pflanzenreste.
Tierische Dünger aus Horn, Knochen, Haut, Haaren und Blut, wie sie heute zum Düngen eingesetzt werden haben beim Humusaufbau und bei der natürlichen Bodenfruchtbarkeit der Erde über Jahrtausende kaum eine Rolle gespielt.
Aus Humus schöpft die Pflanze ihre erste Energie und organische Nährstoffe zum Keimen, Bewurzeln, zum Wachstum und zur Wasserversorgung.
Im Humus stehen ihr nicht nur die drei Hauptnährstoffe wie Stickstoff, Phosphor, Kalium (NPK) zur Verfügung sondern weitere 21 Mineral- und Spurenelemente wie z. B.
Magnesium, Kalk, Silicium, Schwefel, Natrium, Bor, Eisen, Zink, Kupfer, Mangan, Kobalt.....
Die Luftstickstoffbinder Azotobakter chroococcum brauchen für ihre Existenz und Leistung ein ph-neutrales Milieu von ph 7 und leicht zersetzbare organische Stoffe.
Unentbehrlich für die Speicherung des molekularen Luft-Stickstoffes (N2) durch Pflanzen (Leguminosen) und Bodenbakterien ist das Vitamin B12 Cobalamin.
Vitamin B12 wird aus dem Boden dem Spurenmineral Kobalt (Steinmehl) und mit Milchsäurebakterien von
ECOSANA AGRAR 2000 im Humus gebildet.
Magnesium z. B. ist wichtig für die Chlorophyllbildung in den Blättern und somit wichtig für die Fotosynthese. Kupfer und Zink werden für Eiweißbildung, Karotine und für die Gesundheitsstabilität der Pflanzen benötigt.
Diese Vielfalt an Mineral- und Spurenstoffe in ihrer Gesamtheit sind an der Bildung von Vitaminen und bioaktiven Stoffen beteiligt, was für ein gesundes und schädlingsfreies Wachstum der Pflanzen wichtig ist.
Die Natur nutzt zum Wachstum der Pflanzen die organische Masse, in Verbindung mit den anorganischen Stoffen, wie Mineralien und Spurenelementen.
Nur im Humus hat die Pflanze alles, was sie braucht, zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung. (Just in time)
Es gibt weder mangelhafte Ernährung noch Überdüngung der Pflanze.
Bei Trockenheit ist sie besser geschützt und wächst bei eintretendem Regen wieder unbeschadet weiter. (Keine Salzschäden)
Durch die gute Krümelstruktur des Humus, (die Lebendverbauung durch Bakterienschleim) der Bodengare wird das Bodenwasser effizienter genutzt.
Bei großen Niederschlägen saugt sich Humus wie ein Schwamm voll, es gibt keine Auswaschung oder Verschlämmung mit anschließender Verkarstung.
Humus ist die Basis für gesunde Pflanzen mit intaktem Immunsystem, die so auf ganz natürliche Weise vor Schadpilzen und Schadinsekten jeglicher Art geschützt sind.
Wo keine Schädlinge auftreten, müssen auch keine bekämpft werden.
Die Natur hat hier nicht das Bedürfnis kranke Pflanzen auszumerzen.

Das Problem Humus

Stickstoff der große Irrtum!?

Von der ganzen Vegetation auf Erden werden nur 2% durch Menschenhand gedüngt,
d. h.,
98% der Vegetation wächst ganz natürlich, ausschließlich durch natürliche Bodenbedeckung (Flächenkompostierung bzw. Mulchhumifizierung) mit Pflanzenrückständen.
Der größte Teil der Pflanze besteht aus Kohlenstoff-Verbindungen (Kohlenhydrate) wie Stärke, Zucker, Fette und Aromastoffe. Ferner aus Stickstoff-Verbindungen wie Eiweiß (Samen, Blätter) sowie aus einem geringen Teil (1,5-2%) an Mineralstoffen.
Die Pflanze versorgt sich aus ihrem Standort dem Boden in erster Linie mit Wasser und Mineralstoffen, Energie (org. Substanz) bringt sie selbst durch Pflanzenrückstände und Wurzelmasse in den Boden.
Der größte Teil der Pflanzen-Masse entwickelt sich aus den Gasen Kohlendioxid (CO2) und Stickstoff (N2) durch Assimilation aus der Luft.
Mulchhumifizierung bringt viel Kohlendioxid (CO2) in Pflanzennähe.
Denken ist schwer, darum urteilen die meisten.                         von Carl Gustav Jung

Die Natur ist so vollkommen, dass die Pflanzen in der Lage sind aus der geringen Menge von 0,033% Kohlendioxid (CO2) aus der Luft ihre Hauptsubstanz (Kohlenhydrate, Zucker, Fette, Fruchtsäuren u.s.w.) zu bilden.
Die Schöpfung (Natur) hätte einen gravierenden Fehler, wären die Pflanzen andererseits nicht in der Lage ihren weitaus geringeren Bedarf an
Stickstoff für die Eiweißbildung aus dem großen Angebot
von 77% Stickstoff
(N2) aus der Luft zu decken.

Die Atemluft besteht aus 77% Stickstoff, 21% Sauerstoff,
1,2% Wasserdampf, 0,033% Kohlenstoffdioxid der Rest sind Edelgase.

Naturgemäß müsste daher zusätzlicher synthetischer
Stickstoff für die Pflanzen überflüssig bis schädlich sein.
Es ist mehrfach bekannt, dass Leguminosen bei Düngung mit löslichem Mineral-Stickstoff (Luxusangebot) keine sogenannten Knöllchenbakterien bilden.
Es ist anzunehmen, dass dadurch der Mechanismus in der Pflanze, der normalerweise selbst Stickstoff binden kann, gestört ist. Vermutlich wird das für die Stickstoffbindung notwendige Vitamin B12 durch die Anwesenheit von mineralichem Stickstoff nicht gebildet, da dieser das Bakterienleben im Boden stört.
Man kann davon ausgehen, dass alle Pflanzen (je nach ihrem Bedarf) und nicht nur die Leguminosen Stickstoff aus der Luft für ihre Eiweißbildung assimilieren können.
Diese Eigenschaft wird aber erst durch Humus und Bodenbakterien
(
ECOSANA AGRAR 2000) die Vitamine, Enzyme und Hormone bilden, die dann von den Pflanzen aufgenommen werden, erreicht. Was wäre also geeigneter um Luft-Stickstoff aufzunehmen (ebenso wie das Kohlendioxid) als die Blattmasse (Assimilationsfläche)
der Pflanzen? D. h., die Pflanze muss schnell über optimale Blattmasse verfügen.
Günstige Startbedingungen im Jugendstadium mit schneller Keimung, kräftiger Wurzelbildung und üppiger Blattentwicklung sind die Voraussetzungen für die Kohlendioxid-Stickstoff-Assimilation.
Das gelingt nur auf humusreichen, fruchtbaren Böden!
Bei intensiver Humuswirtschaft nehmen die Pflanzen die Stickstoffverbindungen aus dem Humus auch in Form von Makromolekülen auf.
Hierbei handelt es sich um sogenannte Aminosäurenbausteine. Die Pflanzen produzieren daraus hochwertiges Eiweiß, was der Gesundheit von Mensch und Tier zugutekommt.
Durch fehlerhafte Düngung, insbesondere mit wasserlöslichem Stickstoff oder bei Mangel an Spurenelementen, z. B. Zink, das zur Eiweißbildung unerlässlich ist, werden Pflanzen erzeugt, deren Eiweiß minderwertig ist.
Die Düngung mit Mineralstickstoff wie auch mit mineralisiertem Stickstoff aus Mist und Gülle führt zur Bildung von minderwertigen Aminosäuren.
Bei gleichzeitiger Nitrataufnahme werden in der Pflanze minderwertige Eiweiße gebildet, die zu hoher Anfälligkeit durch Krankheitserreger führt. Nitrathaltige Nahrungsmittel machen sich beim Verzehr z. B. von Kohl, Paprika, Spinat, Rettich usw. primär durch Aufstoßen und Blähungen bemerkbar.
Sekundär bilden sich Nitrosamine, die zu Krebserkrankungen führen können.
Nur gesunde Pflanzen liefern gesunde Nahrung für die Gesundheit des Menschen!
Gute Gesundheit hängt vom Genuss erstklassiger Nahrung ab.
Nur humusreicher, fruchtbarer und produktiver Boden kann erstklassige Lebensmittel hervorbringen.
Nur in gesund wachsenden und voll ausgereiften Pflanzen sind alle Vitamine, mineral- und bioaktive Stoffe gespeichert, die den Wert der „lichten" Nahrung ausmachen.
Pflanzen, die auf unausgewogenen, humusarmen und mit mineralischem Stickstoff gedüngten Böden wachsen müssen, haben schon ungesunde Startbedingungen und
einen unharmonischen Stoffwechsel.
Die Natur reguliert bzw. eliminiert durch Schädlingsbefall.
Der Mensch übersieht diese Tatsache, dass die Pflanze nicht zum Verzehr geeignet ist, und setzt den „chemischen oder biologischen Pflanzenschutz" ein. 
Die Pflanze kann so zwar am Leben erhalten bleiben ist aber nach wie vor als Lebensmittel nicht geeignet. Was passiert, der Körper reagiert mit Krankheiten das ist beim Mensch wie auch beim Tier die logische Folge.

Die Lösung ist so einfach!
Nur vitale Nahrung macht vitale Menschen.

Denn der Mensch ist wie seine Nahrung
er denkt wie er isst
und er handelt wie er denkt!

 

Stickstoff der große Irrtum!? Das Problem Humus.

Dr. Karl Heinz Ouirbach 1978

Das Problem Humus

Seit etwa 30 Jahren wird mehr oder weniger regelmäßig vor
einem weltweiten Humusproblem gewarnt.
Seit etwa 20 Jahren steigen die Getreideerträge um
0,25 dt/ha jährlich. Inspiriert die dunkle Farbe des Humus zu
Schwarzseherei? Oder sind die Warnungen doch ernst zu
nehmen - trotz 60 dt Weizen je Hektar?

Optik und Ursachen des Humusschwundes
Nach Laborergebnissen liegt der Humusgehalt in deutschen Ackerböden im
Durchschnitt bei 1,5 %. Zur Ermittlung der Humusprozente bedienen sich die Labors entweder des Glühtestes oder der Oxidation (n. LICHTERFELDER).
Beide Verfahren ermitteln den C-Gehalt oder das C/N-Verhältnis, nicht aber den Humus, der nicht eine chemische Formel, sondern ein biologisches Substrat ist.
Weitaus genauer kann daher sein tatsächliches Vorhandensein am Objekt, dem Acker, erkannt werden. Der Acker offenbart seinen Humusgehalt durch seine Farbe, seine
Reaktion auf das Wetter, seine Reaktion auf die Bearbeitung.
Jeder Boden hat seine arttypische, vom Muttergestein bestimmte Farbe.
In unserer Vegetationszone herrschen die braunen und grauen Waldböden vor.
Je nach Humusanteil wird die arttypische Farbe ins Dunkle übertragen.
Allgemein gilt, je dunker der Boden, umso höher liegt sein Humusgehalt.
Die vorherrschende Farbe der Böden heute ein helles Braun und aschgrau,
die Farbe der fast reinen Mineralsubstanz. Irgend jemand hat einmal gesagt,
die Regentropfen träfen den Boden mit der Wucht von Bomben.
Tatsächlich wird der Boden auch ohne Maschinen von der Last der Niederschläge im
Verlauf des Jahres zusammengedrückt. Durchfeuchtung erhöht das Bodenvolumen, Sonneneinstrahlung läßt es schrumpfen (Verdunstung), ebenso Winde.
Dieses Auf und Ab mit all seinen Folgen für Mikro- und Makroleben fängt ein Boden
umsowirksamer ab, je humusreicher er ist. Er nimmt quasi den Wetterwechsel gelassen hin. Heute reißen die Böden selbst dann schon auf, wenn sie acht Tage keinen Regen haben und das auch bei hoher relativer Luftfeuchte.
Die Pflanzen stehen dann wie in Beton eingegossen.
Durch Häufigkeit des Einsatzes und Eigengewicht belasten die Maschinen den Boden am stärksten. Im Durchschnitt ist jedes Schlepper-KW mit 61 kg Gewicht behaftet.
Ein ZuckerrübenvoIlernter wiegt 15t, ein Mähdrescher bis zu 9t.
Solche Maschinen üben auf den cm² einen Druck von 1,5 Kp aus.
Für den Boden ist das eine Katastrophe. Er verliert sein Luftporenvolumen und damit seine Lebensfähigkeit (auf das Edaphon bezogen) überhaupt.
Humus mildert die Katastrophe, da von ihm aus die Regeneration der Krume erfolgt.
Heute kann man beobachten daß es die Landwirte immer schwieriger haben,
den Acker herzurichten. Der Maschineneinsatz führt auch unmittelbar zu den Ursachen der Humusverarmung, wenn auch seine Geschichte lange vorher beginnt.
Humus wird von Edaphon aus organischem Material aufgebaut.
Die Lebensgemeinschaft des Edaphons ist aerob.
Fehlt ihr Sauerstoff, Luftstickstoff und die Möglichkeit, das produzierte CO2 nach außen abzugehen, encystieren die meisten Arten oder sterben ab.
An ihre Stelle tritt eine artenarme, meist lithobiontische Lebensgemeinschaft, wenn man überhaupt noch von Gemeinschaft sprechen kann.
Eine ähnlich negative Wirkung wie die Minderung des Luftporenvolumens hat die Erhöhung des osmotischen Wertes der Bodenlösung durch Mineraldüngung.
(Statt des osmot. Wertes kann man auch die Grenzwerte der Hydratur verwenden.)
Da das Edaphon eine Lebensgemeinschaft mit „Hand in Hand”-Arbeit ist, muß sich die Konzentration der Bodenlösung nach dem osmotisch schwächsten Glied der Kette richten. Das sind die Pilze, gefolgt von den Bakterien (Hydratur = 75%).
Selbst wenn nur sie der Erhöhung der Konzentration (=Verringerung der Hydratur) erliegen, bricht die Fließbandarbeit der Mikroben zusammen.
Bei den heutigen hohen Mineralgaben, die zudem ohne Berücksichtigung des verfügbaren Wassers verabfolgt werden, dürften aber nicht nur diese Gruppen aus der Gemeinschaft ausscheren. Von überall her hört man Klagen über enorme Zunahmen der Nemathoden-Populationen und meint, sie sei die Folgen des zu häufigen Anbaus ein und derselben Fruchtart. Das ist nicht die eigentliche Ursache. Die einseitige Vermehrung eines Gliedes der Biozönose resultiert immer aus der Störung der Gemeinschaft.
Es vermehrt sich das Glied, das am ehesten mit den gestörten Umweltverhältnissen fertig wird. Damit ist der Schädling geboren. Der Nemathodenplage wird man nur Herr mit
einer gesunden Biozönose.
Wie bereits erwähnt, ist der Humusschwund nicht ausschließlich dem modernen Landbau anzulasten.

Er hat seine Geschichte.
Sie beginnt spätestens mit der Anwendung von Exkrementen als Düngemittel.
Warum ist das so? Das Edaphon ist abgestellt auf den pflanzlichen Stoffkreislauf, auf
den Abbau pflanzlichen Materials und dem sich daran anschließenden Humusaufbau.
Mit tierischen Reststoffen weiß das Edaphon nichts anzufangen.
Wird dennoch mit Stallmist, Gülle, Jauche usw. laufend gedüngt, erfolgt ein Austausch des Edaphons gegen Fäulnisbewohner.
Diese vermögen zwar Faulstoffe zu mineralisieren, nicht aber Humus aufzubauen.
Daraus erklärt sich u. a. das geographisch weitverbreitete und bereits historische Humusproblem. Der moderne Landhau hat das Problem nur beschleunigt.
Auch der sogenannte alternative oder biologische Landbau dürfte seiner nicht Herr werden. Er operiert ebenfalls mit Faulstoffen.

Was ist nun Humus?
Und: Kann man ihn produzieren?
Die Humusforschung ist eine chemische Forschung. Analytik der Huminsäuren im wesentlichen. Vielleicht hat diese Art der Humusforschung mit dazu beigetragen,
daß Humus nicht mehr als ein wichtiges Produkt im pflanzlicher Stoffkreislauf gesehen wird. Jedoch: Ohne Destruenten (Abbauer) kein Humus und ohne Humus keine Destruenten. Humus ist daher die Nahtstelle des Kreislaufs. Fehlt er, bleibt der Kreislauf offen da bedeutende Destruenten (Abbauer) fehlen. Sie erzeugen nicht nur Humus, sie sind auf ihn als Nährsubstrat auch angewiesen. Diese Verkettung ist ein Naturgesetz, das sehr tiefgreifend in das Ökosystem durchschlägt: Wasserhaltung, Wärmespeicherung, Niederschlagsbildung, Pflanzendecke, um nur einige Ausstrahlungen des Humus zu nennen. Wenn vorhanden, wächst die Pflanzenwurzel stets in die Humusflocken hinein.
Hier findet sie Feuchtigkeit und Nährstoffe, insgesamt die günstigste Rhizosphäre und
damit optimale Ertragsvoraussetzungen. Von daher, der biologischen Betrachtungsweise, ist Humus die Formation des Edaphons, damit Motor des Kreislaufs und der Planzenernährung. Demnach kann der Humusgehalt nur anhand der Quantität des Edaphons ermittelt werden, kaum aber mit dem Reagenzglas.
Heute bergen die meisten Böden einen Mineralschatz von 90-95 %.
Ohne Edaphon ist das totes Kapital. Eine für befriedigende Erträge ausreichende Mineralstoff-Freisetzung erfordert mindestens 7% Humus.
Unter diesem Gehalt kann das Edaphon nicht genügend aktiv sein.
(Hieraus erklärt sich auch, warum die Erträge bei Entzug der leichtlöslichen Nährsalze ausbleiben.)
Diese für heutige Begriffe hohen Humuswerte können nur erreicht werden durch
a) Düngung mit Humus (Kompost) aus pflanzlichem Material,
b) Vermeidung von Bodendruck und künstlichen Nährstoffimporten und
c) Bodenbedeckung zur Verbesserung der Umwelt des Edaphons
und
das alles über Jahre hinaus.

Erst nach einer recht langfristigen Behandlung dieser Art, können die heutigen Mineralböden wieder selbst Humus in ausreichender Menge bilden, ohne
Kompostzufuhr nur aus Ernterückständen.
In der Bundesrepublik Deutschland werden rund 7,5 Mio. ha als Ackerland genutzt.
Die Größe des Humusproblems und seine Folgen dürften von Jahr zu Jahr sichtbarer werden, ergibt sich aus der Multiplikation zumindest der offenen LN (Acker, Garten, Obstplantagen, usw.) mal der Bedeutung des Humus (Erosionsschutz, Wasserhaushalt, Bodenfruchtbarkeit, Krankheiten bei Menschen, Pfanzen, Tieren, Dürreschäden).
Auf die Welt bezogen käme an Bedeutungen noch hinzu: Holzwirtschaft, Nahrungsmittelversorgung, Wiederherstellung unfruchtbar gewordener Gebiete, Vermeidung von Überschwemmungen. Landwirtschaft muß Humuswirtschaft sein.
Eine Alternative kann nur eine Zeiterscheinung sein.

Dr. Karl Heinz Quirbach  Aus Natur und Landschaft. 53. Jg. (1978) Heft 11

 

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